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Wählen ist ein Privileg – vergeude es nicht.

24. September 2017

Bundestagswahl 2017

Ich habe es nicht geschafft den geplanten Beitrag über die Parteiprogramme der Parteien und meine Gedanken hierzu zu schreiben. Dafür möchte ich noch schnell etwas loswerden. 

Ich hoffe ihr plant heute bis spätestens 18 Uhr ein Wahllokal aufzusuchen und eine Stimme abzugeben. Ich habe mich dieses Jahr für die  Briefwahl entschieden. Die Wahl welche Partei ich wohl dieses Mal wählen soll, ist mir zum ersten Mal richtig schwer gefallen. Ich habe mich einfach zu wenig mit dem ganzen Thema auseinandergesetzt und ich hatte auch das Gefühl, dass in diesem Jahr der Wahlkampf anders als zuvor war. Als die Briefe am Dienstag ankamen, habe ich noch versucht mich Abends mit dem Thema zu beschäftigen. Ich habe mich durch den Wahl-O-Mat geklickt und auch noch Wahlnavi genutzt. Bei dem Wahl-O-Mat war ich erstaunt über das Ergebnis. Da waren in den oberen Reihen Parteien dabei, die ich persönlich nie wählen würde. Ich bin übrigens der Meinung, dass nicht wählen kein Statement und auch keine Lösung ist. Es ist aus meiner Sicht aber auch keine Lösung eine Partei zu wählen nur weil sie einfach das Gegenteil von allen anderen macht.

"Niemand sollte von seinem Gehalt, für welches er täglich arbeitet, nicht oder schlecht leben können. "

Man muss auf sein Gefühl hören, was man wirklich will, was man sich wünscht. Ich habe dann einfach die Wahlprogramme in Kurzform gelesen und geschaut, was meinen Vorstellungen am besten entspricht. Mal abgesehen davon, dass ich das Gefühl habe, dass so niemand richtig für unsere derzeitige Generation das richtige Wahlprogramm hat, gibt es doch hier und da Parteien die Punkte ansprechen, die mir wichtig sind. Ich weiß, dass wir nicht bei "Wünsch dir was" sind, aber ich persönlich habe nicht das Gefühl, dass es uns so gut, wie sonst noch nie geht. Es ist doch so, dass man schon etwas schlechte Laune bekommen kann, wenn man sich für einen längeren Bildungsweg und mehr Aufwand entscheidet und am Ende dafür nicht belohnt wird. Das soll nicht heißen, dass diejenigen, die nicht studieren wenig Geld verdienen sollen, aber aus meiner Sicht sollte es da noch einen Unterschied geben. Der Unterschied kann durch Weiterbildungen usw. ausgeglichen werden. Jeder sollte für seine Bildungswahl belohnt werden. Ich bin auch dafür, dass es einen bestimmten Mindestlohn geben soll. Niemand sollte von seinem Gehalt, für welches er täglich arbeitet, nicht oder schlecht leben können. Ich wünschte mir einen Vollzeitjob mit einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 30-35 Stunden. Das wünsche ich mir nicht, weil ich etwas faul bin und nicht arbeiten möchte - nein - das wünsche ich mir, um weiter ein Mensch zu bleiben. Ich möchte neben der Arbeit auch noch Zeit zum Leben haben. Momentan bin ich fast jeden Tag mindestens 10 Stunden berufsbedingt von Zuhause abwesend, da ich 2 Stunden Autofahrt habe. Das ist ein normaler Arbeitstag bei mir, ohne Überstunden und späte Termine. Ich liebe meinen Job, aber ich wünsche mir auch mehr Zeit.

"Ich wünsche mir persönlich auch, dass es die Möglichkeit gibt, dass wir eben nicht bis 67 Jahre arbeiten müssen."

Ich wünsche mir persönlich auch, dass es die Möglichkeit gibt, dass wir eben nicht bis 67 Jahre arbeiten müssen. Irgendwann ist es genug. Wer länger arbeiten möchte, kann dies gern tun. Ich persönlich würde sagen, mit 60 kann man sich gut zur Ruhe lassen und den Rest seines Lebens angenehm leben. Da ist aber auch schon das nächste Problem, denn unsere Generation hat, befürchte ich, kein Geld, keine Rente, um ein Leben im Alter zu leben. Ich zahle derzeit nicht in die Rentenkasse, sondern ins Versorgungswerk ein, ob das so viel besser ist, weiß ich nicht wirklich. Ich habe auch hier Angst, dass das ganze Geld was monatlich abgeführt wird, nicht ausreichen wird. Irgendwas muss man da doch ändern können. Keiner sollte in Altersarmut leben, obwohl er für Jahre Beiträge gezahlt hat. 

"Für Selbstständige finde ich es persönlich auch nicht super toll, dass man alle Beiträge selbst in voller Höhe zahlen muss. "

Für Selbstständige finde ich es persönlich auch nicht super toll, dass man alle Beiträge selbst in voller Höhe zahlen muss. Der Krankenkassenbeitrag, soweit man sich für die gesetzliche Versicherung entscheidet, macht einen großen Anteil aus. Vielleicht könnten die Beiträge sinken, wenn man eine Versicherung hätte, in die alle einzahlen. Ich weiß, da werden jetzt viele bestimmt mit dem Kopf schütteln, aber warum sollte sowas eigentlich nicht funktionieren. Alle erhalten den gleichen Medizinstandard und die Beiträge müssen nicht bei den jetzigen Prozenten bleiben. 

"Ich wünsche mir, dass jedes Kind gefördert wird und alle die gleichen Chancen haben, egal aus welcher Familie sie kommen."

Wo wir schon bei Beiträgen sind, ich habe noch kein Kind, aber ich finde es nicht richtig, dass Kindertagesplätze so teuer sind. Ich bin für die komplette Beitragsfreiheit und auch dafür, dass endlich genügend Plätze vorhanden sind. Ich möchte nicht, dass man sich vielleicht für einen Kindergarten entscheidet der weiter weg von der Wohnung ist, der einem persönlich nicht zusagt, nur weil der Beitrag geringer ist. Ich möchte auch nicht, dass es Familien gibt, die sich für ihre Kinder nicht die notwendigen Bildungsmaßnahmen leisten können. Ich finde es so schlimm, wenn Kinder einfach quasi versauern müssen, als Assi abgestempelt werden, weil die Eltern kein Geld haben. Ich finde es auch schlimm, dass manche Eltern ihre Kinder klein halten, nur weil die Eltern selbst nie das erreicht haben, was sie wollten. Über das Thema kann man viel diskutieren. Man sollte hier wieder umdenken. Ich habe mir als Kind und auch in der Schule nie irgendwelche Gedanken gedacht, ob das nette Kind neben mir, mehr oder weniger Geld hat. Ich wünsche mir, dass jedes Kind gefördert wird und alle die gleichen Chancen haben, egal aus welcher Familie sie kommen. Wir sollten aufhören in Schichten zu denken. Jeder hat eine Chance verdient. Aus meiner Sicht ist es egal woher man kommt, man muss eben nur etwas aus sich machen und die Chance bekommen. 

"Ich würde es mir wünschen, dass die Menschen endlich wieder einen Antrieb hätten, für ihr Wohlsein zu arbeiten. "

Manchmal frage ich mich auch, wann sich eigentlich in Deutschland die Moral breit gemacht hat, dass man mehr vom Leben hat und besser Leben kann, wenn man nicht arbeitet, als wenn man arbeitet. Das hängt dann wohl mit den Löhnen zusammen. Dass nicht alle mit Arbeit versorgt werden können, ist mir auch klar. Ich würde es mir aber wünschen. Ich würde es mir wünschen, dass die Menschen endlich wieder einen Antrieb hätten, für ihr Wohlsein zu arbeiten. Die Idee ein generelles Grundeinkommen für jeden zu schaffen, sehe ich als nicht ganz so schlecht an. Ich würde es nur differenziert betrachten. Wer wirklich nicht arbeiten möchte und sich lieber im Sozialstaat ausruht, sollte von dem Stückchen Kuchen nix abbekommen. Bei dem Thema Arbeitslosigkeit weiß ich übrigens auch noch so richtig, wie ich darüber denken soll, dass man immer mit einer sinkenden Quote wirbt, am Ende aber viele Menschen nur mit einem befristeten Job in Lohn und Brot stehen. Das kann doch keine langfristige Lösung sein.

"Ich möchte ganz klar nicht ein gläserner Bürger sein."

Ein weiteres Problem und Thema das mir am Herzen liegt, ist das Thema "Überwachung". Ich möchte ganz klar nicht ein gläserner Bürger sein. Es geht niemanden etwas an, wann ich wo einkaufen gehe, wie oft ich über den bestimmt Platz laufe oder was ich mit meinen Freunden bespreche. Ich weiß, dass hier eine Diskrepanz mit dem Thema Sicherheit besteht. Wir können aber nicht alle zu Verdächtigen werden, nur weil manche Menschen Scheiße bauen. Man kann auch nicht jedes Geschehen nutzen, um nach Vorratsdatenspeicherung zu rufen. Das alles wird es nicht besser machen. Wie oft haben Behörden jemanden schon auf dem Schirm und es passiert trotzdem etwas. Eine totale Überwachung ist keine Lösung und kann auch zu nichts Gutem führen. 

"Es ist wichtig seine Stimme nicht zu verschenken und zu verstehen, dass es ein Privileg ist eine Stimme zu haben."

Es gibt sicherlich noch tausende andere Themen, die man hier ansprechen könnte. Es ist wichtig seine Stimme nicht zu verschenken und zu verstehen, dass es ein Privileg ist eine Stimme zu haben. Eigentlich sollte das der Schlusssatz sein, aber hier muss ich noch einmal kurz ansetzen. Ich wäre dafür, dass wir für bei bestimmten Thema als Volk mit einbezogen werden können, demnach eine Möglichkeit zur Volksabstimmung eingeführt wird, denn eigentlich sollten wir wissen, was für uns am besten ist. Für heute wünsche ich mir sehr, dass die Menschen genau nachdenken, wen sie wählen, keine Trotzentscheidung treffen und einfach einmal das Köpfchen einschalten. 

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