Rund ums Bloggen

Rund ums Bloggen – Steuererklärung

26. Mai 2015

Rund ums Bloggen, Steuererklärung, was muss ich beachten, Blog, Geld verdienen, Steuer

Ich weiß, dass der Beitrag für die Steuererklärung vielleicht etwas spät ist, aber vielleicht haben ja noch nicht alle ihre Steuererklärung gemacht oder geben sie ausnahmsweise etwas später ab. Der Beitrag kann aber auch für die nächste Steuererklärung dienen, denn so viel wird sich bestimmt nicht ändern. Die folgenden Erläuterungen sind lediglich aus meiner Sicht geschrieben und nur so wie ich die Erklärung gemacht und verstanden habe.

1. Muss ich eine Steuererklärung machen?

Wenn man ein Gewerbe für einen Blog angemeldet hat, dann ist man auch verpflichtet einmal im Jahr eine Steuererklärung abzugeben. Auch wenn man kein Gewerbe angemeldet hat, weil einem z.B. das Finanzamt die Auskunft gegeben hat man bräuchte dies für das Bloggen nicht, muss man eine Steuererklärung machen, schließlich verdient man Geld mit dem Blog.

2. Bis wann muss ich die Steuererklärung abgeben?

Die Steuererklärung ist jedes Jahr bis zum 31.05. einzureichen. Wenn man einen Steuerberater hat, kann man die Frist auch bis zum 31.12. verlängern. Dieses Jahr ist der 31.5. ein Sonntag, sodass man sie auch noch am 01.06.2015 einreichen kann. Man kann wohl auch einmal ausnahmsweise die Erklärung später abgegeben (z.B. auch durch Beantragung einer Fristverlängerung), aber wenn einem das Finanzamt zur Erklärung auffordert, sollte man es definitiv tun. Diese Infos habe ich von dieser Seite.

3. Mit welchem Programm mache ich die Steuererklärung?

Ich persönlich nutze Elster zur Steuererklärung. Natürlich kann man aber auch so ein Steuerprogramm nutzen.

4. Welche Formulare muss ich ausfüllen?

Ich gehe jetzt einfach davon aus, was ich eingereicht habe. Als aller erstes muss man den sogenannten Mantelbogen ausfüllen. Dieser sieht so aus. Eigentlich werden dort nur allgemeine Infos wie Name, Beruf, Bankverbindung abgefragt. Wenn man die Steuererklärung mit Elster macht, fragt Elster ziemlich am Anfang ob man Belege nachreicht. Soweit man eine eigene Einnahme-Überschuss-Rechnung (etwas weiter unten dazu mehr) erstellt, muss man dies anklicken.

Wenn man nicht nur Geld mit dem Bloggen verdient, sondern auch irgendwo angestellt ist, dann muss man auch Anlage N ausfüllen. Dort trägt man dann das Jahresbruttogehalt usw. ein. Außerdem kann man noch die Anlage "Vorsorgeaufwand" ausfüllen und Beiträge zur Krankenversicherung usw. geltend machen.

So und nun die Formulare die man für das Gewerbe ausfüllen muss. Für ein Gewerbe füllt man die Anlage G aus. Dort trägt man gleich in Zeile 4 den Gewinn ein.

4.1 Wie ermittle ich den Gewinn?

Den Gewinn ermittelt man mittels Einahmen-Überschuss-Rechnung. Das heißt man stellt die Einnahmen und Ausgaben gegenüber und errechnet so den tatsächlichen Gewinn. Diese Gewinnermittlungsart darf man solange machen bis der Umsatz 500.000 Euro und der Gewinn 50.000 Euro nicht übersteigen. Außerdem dürfen dies auch nur Gewerbebetreibende machen die nicht im Handelsregister eingetragen sind. Weitere Infos dazu gibt es hier von der IHK München und hier. Als Kleinunternehmer ist man in der Regel nicht im Handelsregister eingetragen.

In die Anlage G habe ich, soweit ich mich erinnere und das Formular überblicke, lediglich Zeile 4 ausgefüllt. Soweit so gut. So schwer ist es eigentlich nicht oder?

4.2 Muss ich Anlage EÜR ausfüllen?

Nach der Anlage G kann man noch die Anlage EÜR ausfüllen. Ich spreche von können, da man sich auch selbst eine formlose Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen kann. Aber Achtung dies ist nur solange möglich, wenn der Gewinn nicht die Grenze von 17.500 EUR erreicht (siehe hier). Der Umsatz sind dabei nur die Einnahmen ohne Abzug der Ausgaben (soweit ich es verstehe). Wenn man darüber liegt, muss man die Anlage EÜR ausfüllen und diese ist auch elektronisch zu übermitteln. Die Anlage EÜR findet man als Muster hier mit Ausfüllhilfe (aber noch einmal das Muster darf nicht per Post versendet werden, die EÜR ist elektronisch zu übermitteln.)

4.3 Wie kann eine selbst erstellte EÜR aussehen?

Eine eigene Einnahmen-Überschuss-Rechnung kann z.B. so aussehen. Man macht eine Tabelle mit 4 Spalten. In die Kopfzeile der ersten Spalte schreibt man die Rechnungsnummer, in die zweite Zahlungseingang, in die dritte Spalte "Art" (also was man gemacht hat -  Blogbeitrag etc.) und in die vierte Spalte den Betrag. Bei den Ausgaben nehme ich die selben Kopfzeilen. Bisher wurde dies bei mir nicht beanstandet.

4.4 Was kann ich z.B. als Ausgaben geltend machen?

Neben den gewöhnlichen Ausgaben wie Serverkosten und Domaingebühren kann man auch bestimmte Beträge für z.B.  Kamera nebst Objektiv oder auch die Kosten für den gewerblich genutzten Laptop geltend machen. Die Kamera und der Laptop sind sogenannte Wirtschaftsgüter deren Kosten man abschreiben kann. Zu beachten ist, dass man zwischen geringwertigen Wirtschaftsgütern und den nicht geringwertigen Wirtschaftsgütern unterscheidet. Ein geringwertiges Wirtschaftsgut liegt vor, wenn es beweglich, abnutzbar und selbstständig nutzbar ist und nicht mehr als 410,00 € gekostet hat. Weitere Infos und Erklärungen dazu findet man hierhier und hier. Der Vorteil von so einem geringwertigen Wirtschaftsgut ist, dass man den vollen Betrag in dem Jahr ansetzen kann, in welchem man das Gerät gekauft hat (soweit ich es verstanden habe). Man muss aber beachten, dass man z.B. ein Objektiv nicht ohne Kamera nutzen kann und es daher aus meiner Sicht kein geringwertiges Wirtschaftsgut ist.

Wirtschaftsgüter die über 410,00 EUR liegen müssen über mehrere Jahre abgeschrieben werden. Ich habe für meine Kamera und Laptop 3 Jahre angesetzt. Wichtig ist, dass man in dem Jahr in dem man sich das Produkt anschafft, soweit ich informiert bin, nur den Betrag ab dem Kaufmonat nehmen kann. Also wenn man es im Juli 2014 gekauft hat, dann kann man 6 Monate des Wertes abschreiben. Dazu nimmt man den Wert des Produktes, teilt es durch die Abschreibungsdauer z.B. 36 Monate. So hat man nun den Monatsbeitrag und rechnet damit weiter. Den Restbetrag legt man dann auf die 2 weiteren Jahre um. Wie genau man die Abschreibung machen kann ist aus meiner Sicht gut auf diesen Seiten hier, hier und hier erläutert.

Ein Objektiv würde man z.B. zum (Rest-)Wert der Kamera hinzurechnen.

Die Abschreibungen sind in der Anlage AVEÜR (hier ein Muster mit Ausfüllhinweisen) einzutragen. Die ist bei der Anlage EÜR mit dabei. Ich habe einfach das Schema der Anlage übernommen und es so in meine selbsterstellte EÜR eingetragen.

Weitere Infos zur Abschreibung findet man auch hier. Aus meiner Sicht ist es bei solchen Angelegenheiten am besten mal kurz zum Steuerberater zu gehen und einmal nachzufragen.

5. Muss ich als Kleinunternehmer auch eine Umsatzsteuererklärung machen?

Ja auch als Kleinunternehmer muss man eine Umsatzsteuererklärung machen, aber keine Angst, es sind nur ein paar Zeilen. Ein Muster der Umsatzsteuererklärung findet man hier auf der Seite des Bundesfinanzministerium. In der Umsatzsteuererklärung habe ich die Zeilen 7 - 13 ausgefüllt (allgemeine Angaben). Dann wird bei Elster gleich am Anfang gefragt, ob man die Anlage UR beifügt. Dies habe ich verneint. Dann sind Zeile 24 und 25 auszufüllen. Achtung hier wird nach dem Umsatz gefragt (also alle Einnahmen ohne Abzug der Ausgaben). Danach musste ich noch Zeile 107 und Zeile 109 eintragen, dass habe ich mit 0,00 gemacht. Fertig ist die Umsatzsteuererklärung. Eine Erklärung findet man auch noch einmal hier.

6. Wie viel Steuern muss ich bezahlen?

Die Zahlung von Steuern hängt von dem Gewinn ab. Daneben muss man beachten, wenn man noch Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit habt, dass es mit dem Gewinn zusammengerechnet wird. Es gibt jedes Jahr solche Einkommenssteuertabellen. Aus den Tabellen kann man ablesen, wie hoch die Steuer voraussichtlich ausfallen wird. Außerdem kann man die voraussichtliche Einkommenssteuer hier berechnen.

7. Was ist der Freibetrag?

Es gibt verschiedene Freibeträge. Viele verwechseln immer den Betrag von 17.500 EUR, welcher für die Befreiung der Umsatzsteuer steht, mit der Befreiung von der Einkommenssteuer.

Für 2014 ist der Einkommenssteuerfreibetrag 8.354 Euro für ledige Personen (das habe ich hier gefunden).

Für die Umsatzsteuer ist man befreit, wenn der Gesamtumsatz nicht die Grenze von 17.500 EUR übersteigt. Genauer gesagt ist es wie folgt: Im vorangegangenen Kalenderjahr darf der Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuern nicht höher als 17.500 Euro gewesen sein und im laufenden Kalenderjahr darf der Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuern voraussichtlich nicht höher als 50.000 Euro sein.

Zum Abschluss möchte ich noch den Tipp geben, die Einnahmen-Überschuss-Rechnung am besten schon zwischen Weihnachten und Neujahr vorzubereiten. Da hat man meistens genug Ruhe :-).

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17 Comments

  • Reply Pinkpetzie 26. Mai 2015 at 11:48

    Ein echt toller, hilfreicher Beitrag. Ich muss mich jetzt auch ganz dringend dransetzen. Auch wenn es ja eigentlich keine große Sache ist und ich mir jedes Mal vornehme, es im nächsten Jahr eher zu machen, geht’s dann doch immer erst auf den letzten Drücker ;-).
    Liebe Grüße an dich

  • Reply Jenny 26. Mai 2015 at 12:02

    Ein wirklich toller Beitrag!
    Bisher musste ich nur eine Steuererklärung für meine „normale“ nicht selbständige Arbeit durchführen, da ich noch kein Einkommen mit meinem Blog erzielt habe!
    Lg Jenny

  • Reply Jenny 26. Mai 2015 at 19:48

    Ha, du bist meine Rettung in letzter Sekunde 😀 Ich habe mir jetzt auch Elster geladen – Soweit so gut, allerdigs finde ich hier keinen Anhang G und ah. ich dreh durch und bald ist schon der 31. 😀

    Liebe Grüße,
    Jenny
    http://imaginary-lights.net

    • Reply Alexandra 27. Mai 2015 at 11:13

      Ich wollte dir schon gestern antworten. Wenn ich Elster öffne und dann auf Formulare gehe, dann muss ich anklicken was für eine Erklärung ich mache und dann geht es , soweit ich mich erinnere, mit dem Mantelbogen los. Ich gebe als erstes meine Steuernummer ein und dann sucht Elster das zuständige Finanzamt. Nachdem ich den Mantelbogen ausgefüllt habe, stand unten Rechts immer etwas mit Formularübersicht oder ähnliches. Dann sucht man dort Anlage G. Vielleicht hilft dir das weiter.

      • Reply Jenny 27. Mai 2015 at 18:04

        Hab dir flott ne Mail geschrieben 😀

        • Reply Jenny 28. Mai 2015 at 5:53

          Hast noch eine 😀

  • Reply Thomas 26. Mai 2015 at 19:56

    Danke für die Anleitung und die Tipps. Ich muss das nächstes Jahr zum ersten mal machen – daher habe ich die Seite mal als Lesezeichen gespeichert.

    LG Thomas

  • Reply Vita 27. Mai 2015 at 12:03

    Oh ich habe die letzten Jahre nie die Umsatzsteuererklärung gemacht 😀 Tatsächlich kam dann nie etwas zurück, sondern dann einfach der Bescheid, dass alles in Ordnung ist und ich eben keine Steuern zu zahlen habe 😀
    Jetzt hab ich das Finanzamt aber gewechselt, weil ich umgezogen bin und hoffe, dass diesmal auch alles klappt.
    Danke für den hilfreichen Post!

  • Reply favorites of the week | clarabour.de 31. Mai 2015 at 13:14

    […] Nachdem ich diese Woche meinen Beitrag zur Steuererklärung veröffentlich habe, soll nächste Woche noch ein Beitrag zur Gewerbeanmeldung online […]

  • Reply Rund ums Blogger – Gewerbeanmeldung | clarabour.de 2. Juni 2015 at 8:30

    […] ich letzte Woche meinen Beitrag zur Steuererklärung online gestellt habe, gibt es heute meinen Beitrag zur Gewerbeanmeldung. Der Beitrag soll […]

  • Reply Emma 7. Juni 2015 at 10:33

    Der Post ist wirklich unheimlich gut geworden
    Du hast mir sehr weitergeholfen

    http://www.emmabrwn.com

    • Reply Emma 7. Juni 2015 at 10:34

      eine Frage habe ich allerdings doch noch, ich habe meine Blog erst zum 1.4 diesen Jahres angemeldet muss ich dann trotzdem für dieses Jahr eine Steuererklärung machen ?

      • Reply clarabour 7. Juni 2015 at 10:47

        Die Steuererklärung muss man immer fürs Vorjahr machen. Wenn du deinen Blog 2015 angemeldet hast, musst du erst 2016 deine Steuererklärung für 2015 bezüglich deines Blogs machen.

  • Reply Sabrina 19. Juli 2015 at 14:25

    Vielen Dank nochmals für diesen hilfreichen Post! Ich hatte ihn bereits vor einigen Wochen in irgendeiner Facebook Gruppe gefunden und ihn mir direkt gebookmarked. 🙂 Heute habe ich nun das erste Mal meine Steuererklärung gemacht, seitdem ich im letzten Jahr ein Gewerbe angemeldet habe. Durch deinen Post war das wirklich gar nicht so schwer, tausend Dank! 🙂

    LG, Sabrina

  • Reply Thomas 28. August 2015 at 10:36

    Ein sehr guter Beitrag, der dem ein oder anderen ganz sicher eine sehr große Hilfe sein wird. In diesem Bereich kommen ja doch immer wieder Fragen auf. Da ist es gut sich auch hier darüber informieren zu können.

  • Reply favorites of the week | clarabour.de 29. Mai 2016 at 18:59

    […] Steuer: Letzte Woche habe ich angefangen einmal alle Daten in das Steuerformular einzutragen. Ich hatte noch zwei Sachen offen, heute habe ich dann doch noch die letzten Daten eingetragen. Eigentlich hatte ich meine Einnahme-Überschuss-Rechnung schon längst fertig. Hier und da ist natürlich immer etwas dazwischen gekommen, sodass ich wirklich erst diese Woche Zeit für die Steuererklärung hatte. Wer von euch ähnlich spät wie ich dran ist, findet vielleicht auch noch ein paar Tipps in meinem Beitrag "Rund ums Bloggen – Steuererklärung". […]

  • Reply Katharina 27. März 2017 at 16:36

    Hi,

    danke für deinen tollen Beitrag!
    Noch eine Frage: Ich mache also neben meiner „normalen“ Steuererklärung (Einnahmen aus einer Festanstellung) noch eine für meinen Blog, weil ich dafür ja auch eine extra Steuernummer habe?
    VG
    Katharina

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